Um Prokrastination zu überwinden, musst du zuerst die Emotionen verstehen, die involviert sind

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  • 13. Juli 2016
Prokrastination - Aufschieberitis überwinden
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Hast du dich schon mal an den Schreibtisch gesetzt um eine wichtige Aufgabe zu erledigen – und dich dann beim alphabetischen sortieren deiner Bücher wiedergefunden oder der Recherche nach dem 2. Weltkrieg?

Wichtige Aufgaben zu unterbrechen oder liegen zu lassen um seine E-Mails zum 10 mal zu checken oder jemanden anzurufen, scheint auf den ersten Blick der Mangel an Zeitmanagement oder fehlender Konzentration zu sein.

Doch Forscher haben herausgefunden, dass chronisches Aufschieben, oder Prokrastination, wie es in der Fachwelt heißt, eine emotionale Strategie ist um Stress zu verarbeiten…

Doch führt genau diese Strategie zu einer ganzen Ansammlung von Problemen, im Beruf, Gesundheit, Finanzen, Partnerschaft usw. – was langfristig nur zu noch mehr Stress führt…

Bei einer Umfrage gaben rund die Hälfte der Erwachsenen an, Unangenehmes oft bis zum letzten Moment hinauszuzögern

 

Meist fängt es unauffällig an…

Ein unangenehmes, weil kompliziertes Projekt steht an, ein schwieriges Gespräch oder ein nerviges Schreiben muss noch erledigt werden…

Doch sobald man am Schreibtisch sitzt, fühlt man einen Impuls, der Durst sein könnte…

So fängt das Aufschieben an – und der Selbstbetrug, wie es Hans-Werner Rückert sagt. Er leitet die psychologische Beratung an der Freien Universität in Berlin und schrieb 1999 das erste Buch, “Schluss mit dem ewigen Aufschieben“, zu diesem Thema.

Kaum hat man den Impuls bemerkt, ist man schon auf dem Weg in die Küche – und von da an geht es weiter, nur nicht zurück an den Schreibtisch.

Wer diesem verführerischen Impuls folgt, gewöhnt sein Gehirn schnell daran, dass sich die Flucht vor unangenehmen Gefühlen lohnt, sagt Rückert.

Weil die Aktivitäten, die man dann stattdessen macht, wieder zu angenehmen Gefühlen führen. Sei es die Befriedigung durch Trinken oder weil die Ersatzaktivitäten andere Pflichten erfüllen, die man schon immer tun wollte.

„Es fühlt sich an, als hätte man trotzdem Wichtiges erledigt. Das schlechte Gewissen braucht seine Zeit, bis es sich meldet. Und dann ist es zu spät.“ sagt Rückert.

zitat-prokrastination-motivation

Forscher der Universität Stockholm, haben eine der ersten Studien zur Behandlung von Prokrastination veröffentlicht

Anhand eines Online-Therapie-Programm haben sie herausgefunden, dass Prokrastination deutlich reduziert werden kann, wenn die Emotionen verstanden werden, die beim Aufschieben von Aufgaben wirklich beteiligt sind.

Sie definieren Prokrastination als freiwillige Verzögerung einer Handlung trotz vorhersehbarer negativer künftiger Folgen.

Es ist die Entscheidung für eine kurzfristige Befriedigung oder kurzfristigen besseren Gefühle auf Kosten der langfristigen Befriedigung.

Wenn wir die Präsentation am Wochenende nicht abschließend vorbereitet haben, weil wir Gäste hatten, dann ist das nur eine bewusste Verzögerung, die einer rationalen Entscheidung zu Grunde liegt, sagt Timothy Pychyl, Professor der Psychologie an der Carleton Universität in Ottawa.

Weiter sagt er,

Prokrastination ist im Wesentlichen; „ich gebe nach um mich jetzt gut zu fühlen“

„Ich weiß, dass ich es tun muss, ich will es, es schlägt mir aufs Gemüt (wenn ich es nicht tue)“

Jeder von uns kennt das Gefühl.

Aber manche entwickeln ein chronisches Aufschieben.

Ein Freund, erzählte letztens, dass er nicht faul ist und da gebe ich ihm auch Recht – weil er immer irgendetwas tut. Doch er hat mittlerweile echte Probleme mit dem Aufschieben, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich, wie er sagt.

Er ist wie gelähmt, weil er alles perfekt machen möchte, was ihn dann irgendwie überfordert um überhaupt erst anzufangen.

Und wie die meisten Aufschieber, geht er dann z.B. ins Fitnesstudio satt nach einem neuen Job zu suchen.

Und Forscher haben dafür sogar eine Bezeichnung.

Sie nennen das einen „moralischen Ausgleich“.

Das ist wenn man etwas macht, dass einem in diesem Augenblick gut tut um die Aufgaben zu vermeiden, die eigentlich getan werden müssen – aber unangenehme Gefühle auslösen.

Das blöde dabei ist nur, dass man danach auch noch sein Selbstwertgefühl mindert, indem man sich anschließend dafür verurteilt.

Damit Menschen Aufschieberits reduzieren, untersuchen Psychologen auch andere Ansätze. Dabei rücken immer mehr Strategien zur besseren Gefühlskontrolle und die Vorstellung vom zukünftigen Selbst in den Vordergrund.

Psychologen sagen, dass chronische Aufschieber falsche Vorstellungen darüber haben, warum sie aufschieben und was das wirklich bedeutet.

Die meisten Aufschieber glauben, dass sie eine Aufgabe nicht beginnen können, weil sie es perfekt machen wollen

 

Doch Studien belegen, dass Procrastination nicht mit Perfektionismus verbunden ist, sondern eher mit Impulsivität, die eine Tendenz ist auf einen Impuls sofort zu handeln, laut Piers Steel, Professor an der Uni von Calgary und einem der weltweit führenden Motivations- und Prokrastinations-Forscher.

Manche glauben, dass Angst sie daran hindert anzufangen

Studien zeigen jedoch, dass für Menschen, die weniger impulsiv sind, Angst eher der „Startschuß“ ist um sofort loszulegen.

Sehr impulsive Menschen hingegen schalten ab, wenn sie Angst verspüren.

„Man glaubt, dass impulsiven Menschen der Umgang mit starken Emotionen schwieriger fällt. Und deshalb möchten sie etwas anderes tun um dem schlechten Gefühl zu entkommen”, sagt Prof. Dr. Steel.

Einige behaupten, dass sie absichtlich Dinge bis zur letzten Minute liegen lassen, weil sie unter Stress besser arbeiten können

Aber echte Aufschieber sind viel zu gestresst durch die Dringlichkeit.

Darüber hinaus ist es fraglich ob die Qualität der Arbeit dadurch wirklich besser ist, als wenn man sie früher angefangen hätte, sagt Dr. Pychyl.

Experten sagen, dass die Konsequenzen von chronischer oder extremer Prokrastination sehr ernst werden können: Ehen zerbrechen, Menschen verlieren ihre Arbeit und fühlen sich wie Schwindler.

Dr. Fuschia M. Sirois Professorin der Psychologie an der Universität von Sheffield in England begann kürzlich die Wirkung von Prokrastination in Verbindung mit chronischen Krankheiten zu untersuchen.

Die psychischen Auswirkungen einer Procrastination sind gut dokumentiert:

Bei gewohnheitsmäßigen Aufschiebern liegt die Rate von Depressionen, Angstzuständen und schlechtem Wohlbefinden höher

Langfristig kann Aufschieben wirklich schaden, wie auch Katrin Klingsieck, Psychologin von der Universität in Paderborn herausfand. Wer chronisch prokrastiniert gerät nicht nur eher in depressive Verstimmung, sondern steht meist auch finanziell schlechter da und hat weniger beruflichen und akademischen Erfolg.

Weniger ist über körperliche Auswirkungen bekannt, insbesondere über schwere Gesundheitliche Probleme.

In einem kürzlich erschienenem Veröffentlichung schreibt Dr. Sirois und Kollegen, dass Aufschieber mit Bluthochdruck und Herzerkrankungen, weniger bereit waren, aktiv an Strategien zur Krankheitsbewältigung teilzunehmen wie z.B. die Sinnfindung oder Aktivitäten wie beispielsweise ein Training mit einem Freund zu verabreden.

Sie waren eher dazu bereit ungünstige Verhaltensweisen anzunehmen. Verhaltensweise wie Vermeidung oder sich selbst für die Krankheit zu beschuldigen und den Versuchen es einfach zu vergessen.

Aufschieber sind oft nicht in der Lage, sich ihre Zukunft klar vorzustellen

Besonders was ihre Entscheidungen und ihr Verhalten anbetrifft, scheinen sie im klaren Nachteil zu nicht-Aufschiebern zu sein.

Ein Phänomen das Prof. Dr. Sirois „temporäte Kurzsichtigkeit“ nennt.

Die Vorstellung über ihr zukünftiges Selbst ist oft abstrakt und unpersönlich. Zudem sind sie emotional weniger mit ihrem zukünftigen Selbst verbunden.

Temporale Kurzsichtigkeit kann einen großen Anteil an ihrem Stress haben, was ihren Fokus auf unmittelbare statt entfernte Probleme verschieben kann.

Viele von uns denken, dass wir Dinge für uns selbst tun – und das wir in der Zukunft von dem profitieren werden, was wir heute tun, sagt Dr. Sirois.

Aber Aufschieber sind nicht so gut darin sich das vorzustellen.

Dr. Sirois und andere testen Maßnahmen um Aufschiebern zu helfen sich besser die Zukunft vorzustellen und sich mit ihrem zukünftigen Selbst zu verbinden.

Die Forscher sagen,

Sich allein auf Zeitmanagement zu konzentrieren wird Aufschiebern nur bedingt helfen

Mit der “Emotionsregulations – Komponente” muss sich ebenfalls befasst werden.

Dr. Sirois und Dr. Pychyl haben sich auch auf kurzfristige “Stimmungsreperatur” als eine Anti-Procrastination Strategie konzentriert.

Sie lehrten Menschen ihre starken Emotionen zu erkennen – wie Angst und Unbehagen am Anfang eines Projektes, sich aber dafür nicht zu verurteilen.

Der nächste Schritt ist dann einfach anzufangen, Schritt für Schritt mit sehr schmalem Fokus.

Da die Forschung auf folgendem Gebiet noch fehlte, sind Forscher der Uni in Stockholm auch der Frage nachgegangen:

Hat eine Selbstbehandlungen einen Effekt auf schwere Formen der Prokrastination?

Obwohl es sehr viele Selbsthilfe Bücher und experimentelle Laborstudien gibt, wollte die Gruppe eine Maßnahme entwerfen, die – wenn sie sich als wirksam erweist weiter ausgeführt werden könnte, wie über das Internet, sagte A. Rozenthal, ein klinischer Psychologe und Doktorad, der ein Autor der Studie war, die kürzlich im „Journal of consulting and Clinical Psychology“ veröffentlicht wurde.

Rund 150 Teilnehmer waren nach eigenen Angaben starke Prokrastinierer und wurden nach dem Zufallsprinzip in dieser Maßnahme zugeordnet; Sie sollten das Programm entweder alleine absolvieren, unter Anleitung eines Therapeuten oder auf Wartelistenkontrolle.

Das Behandlungsprogramm zur Prokrastination bestand aus 10 Wochen Modulen

 

Ein Modul konzentrierte sich auf Zielsetzung. Das beinhaltet auch die Unterteilung eines langfristigen Zieles in konkretere Teilziele.

Statt zu sagen, “am Dienstag arbeite ich dem Projekt”. Wurde den Teilnehmer beigebracht, es in spezifische und überschaubare Teilziele zu unterteilen, wie z.B.:

Am Dienstag werde ich um 11 Uhr für 1 Stunde an dem Projekt arbeiten.

Das Programm beinhaltete auch ein Belohnungssystem.

Teilnehmer sollten sich selbst mit etwas positiven belohnen, ob es eine Tasse Kaffee oder eine Pause nach erreichtem Mini-Ziel war, statt bis zum Abschluss des Gesamtziels zu warten.

In einem anderen Modul sind Aufschieber stressigen Gefühlen oder Gedanken ausgesetzt – in kurzen aber schrittweise länger werdenden Zeiträumen.

Das Ziel hier ist es Aufschiebern dabei zu helfen besser mit ihren Emotionen umzugehen und ihnen nicht instinktiv nachzugeben

 

Die Ergebnisse zeigten, dass nach dem Programm mit beiden, sowohl geführter als auch ungeführter Selbsthilfe, die Menschen ihre Aufschieberitis verbessern konnten. Obwohl die geführte Begleitung auf den ersten Blick einen noch größeren Nutzen zeigte.

Die Forscher wollen bei den Teilnehmer nach einem Jahr nachfassen, um zu schauen ob sie die Resultate beibehalten konnten.

Derzeit führen sie auch eine Studie mit Studenten dazu durch, was auch sehr interessant sein wird.

Weil sie möchten darin nicht nur auf selbsteingeschätze Prokrastination schauen, sagt Rozenthal, sondern auch auf Resultate aus dem echten Leben wie Akademischer Grade und den Konsum von Alkohol und Drogen.

Nur Mut! Motivation - Prokrastination überwinden

Manchmal sind kleine zusätzliche Mühen alles was nötig ist um Aufschieber von Ablenkungen abzuhalten

Sagt Dr. Steel.

In Calgary, testet und hilft Dr. Stells Labor eine neue Software zu entwickeln, in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Saent aus Hong Kong.

Diese Software oder auch App, soll das laden von Websiten verzögern wie z.B. Facebook für 15 Sekunden. Zudem soll das Prinzip des „zusätzlichen Aufwands“ genutzt werden, wie z.B. die Eingabe eines Passworts um im Internet zu surfen.

Tipps der Forscher, um Prokrastination zu stoppen

Von Dr. Timothy Pychyl, Prof. Dr. Piers Steel und A. Rozental

  1. Unterteile ein langfristiges Projekt in konkrete Teilziele
    Lege die genaue Start Zeit fest und wie lange du an der jeweiligen Aufgabe arbeiten wirst. Einfach nur „morgen“ zu sagen, reicht dabei nicht aus. Mache es ganz konkret.
  2. Starte einfach
    Es ist nicht nötig eine lange Liste von Aufgaben aufzuschreiben oder jeden Zwischenschritt.
  3. Erinnere dich daran, dass wenn du diese Aufgabe jetzt beendest, dann wird es dir in der Zukunft helfen.
    Die Aufgabe zu verschieben wird es nicht wirklich angenehmer für dich machen.
  4. Implementiere „Micro-Aufwand“
    Oder Miniverzögerungen, die von dir einen kleinen Aufwand erfordern um zu verschieben. Sowas wie z.B. dich auf einen separaten Computer für Spiele einzuloggen zu müssen.
  5. Belohne dich
    Belohne dich nicht nur für den Abschluss des Gesamtprojekts, sondern auch für Teilziele.

Wenn du ein gelegentlicher Aufschieber bist, höre auf über deine Gefühle nachzudenken und gehe einfach zur nächsten Aufgabe über.“, sagt Dr. Pychyl.

„Aber wenn du ein chronischer Aufschieber bist, brauchst du möglicherweise eine Maßnahme um deine Emotionen besser zu verstehen und wie du mit ihnen durch Vermeidung umgehst.“

Unserer Freund möchte vorerst keine “Therapie” machen

Er hat sich meinen Rat ans Herz gelegt und meditiert nun jeden Morgen, gleich nach dem aufstehen.

Zu allen anderen Vorteilen einer regelmäßigen Meditation, hilft ihm das zusätzlich Selbstkontrolle und Bewusstheit zu trainieren – statt ständig vor jeder großen Aufgabe seine Gefühle zu “sezieren”.

Er  versucht nun immer mit Stoppuhr in kleinen Zeitabschnitten von 25-50 Minuten zu arbeiten, mit kurzen 5-10 Minuten Pausen, die ebenfalls beim klingeln der Stoppuhr vorbei sind.

Damit er keine Verspätungsgebühren mehr zahlen muss, einfach nur weil er um seinen Schreibtisch schleicht, statt die Rechnungen zu überweisen – hat er nun überall Einzugsermächtigungen eingerichtet.

Zudem hat er jeden Montag einen festen Termin mit sich selbst, von 18 – 20 Uhr, nur für solche Dinge.

Zusätzlich haben wir seine Motive hinter dem Aufschieben überprüft;

Verfolgt er womöglich ein Ziel, dass nicht zu ihm passt oder hat er Aufgaben, hinter denen er nicht steht? Verschiebt er, weil ihm das know how fehlt um die Aufgabe zu erledigen? Oder ist die Aufgabenstellung zu unklar oder der Schritt einfach zu groß und muss in Teilaufgaben untergliedert werden?

Dann haben wir seine Ziele aufgeschrieben, dieses nach Prioritäten sortiert und in Teilziele heruntergebrochen.

Er hat nun Spaß daran die Aufgaben abzuhacken, weil er diese mit etwas positiven (die “Belohnung” verbinden. Das heißt er arbeitet erst seine 25 Minuten ab und folgt dann erst dem Impuls zum Kaffee holen.

Er zieht seine 30-Tages-Challenge damit durch, ist fest entschlossen und möchte sich nun “umerziehen” – und sich darin trainieren Dinge einfach zu erledigen. Das Ziel ist es, es sich zur Gewohnheit zu machen!

Sein neues Motto lautet “Augen zu und durch” ;-)

Eine große Hilfe, sagt er, war auch der Tipp mit dem richtigen Outsourcing und unserer Erinnerungsstrategie dazu.

Seitdem ihm jemand hilft seine Aufgaben zu erledigen, macht es ihm auch Spaß diese anzugehen bzw. sie mit demjenigen zu besprechen, sagt er.

Es scheint alles gut zu laufen – doch die große Herausforderung wartet noch auf ihn; nämlich, wenn sich unerwartetes einschleicht wie Krankheit, Umzug, Besuch … das Leben halt…


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man weiß nie, wen du damit jetzt gerade inspirieren kannst ♥

Joana Sen

Hallo, ich bin Joana, Gründerin von ErfolgsAkademie.TV, seit über 25 Jahren Unternehmerin und lebe derzeit am Marmarameer im orientalischen Istanbul.

Und ich glaube, dass jeder Mensch eine einzigartige Kombination aus Fähigkeiten und Erfahrungen hat, und ein einzigartiges Business aufbauen kann, dass ihn und seine Familie unterstützt, ihm Freiheit schenkt und die Welt verändern kann... (wenn man ihm/ihr wirklich zeigt wie ;-).
http://ebusinessakademie.com/
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Schlieen Sie sich der Diskussion 18 Kommentare

  • Susanne sagt:

    Pychyl sagt, dass Prokrastination im Wesentlichen ist; „ich gebe nach um mich jetzt gut zu fühlen“
    und weiter sagt er „Ich weiß, dass ich es tun muss, ich will es, es schlägt mir aufs Gemüt (wenn ich es nicht tue)“. Das ist doch ein Widerspruch. Da musst noch was anderes sein, dass einen dazu verleitet, weil das gute Gefühl der Prokrastination kann es ja dann nicht sein.

    • Joana Sen sagt:

      Guter Gedanke Manu. Als ich die Studie gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob zuerst die Depression sich einschleicht & die Prokrastination ist dann das Symptom und nicht umgekehrt, wie es die Forscher sagen…
      Klar, es gibt die Prokrastination, wenn man das Projekt zu groß ist & man es nicht in Teilziele unterteilt & die Aufgaben terminiert hat –
      und die Prokrastination, wenn einem einfach das nötige Knowhow fehlt um die Aufgabe zu erledigen und wenn man innere Blockaden gegen das jeweilige Projekt hat.
      Aber wenn diese drei Sachen ausgeschlossen werden können & man einfach alles aufschiebt, dann würde ich ebenfalls sagen, dass man da mal auf einschleichenden Burnout schauen könnte.

  • Klaus sagt:

    Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank.

  • Yvonne sagt:

    Vielen, vielen Dank für den Beitrag!
    Leide bereits schlimm unter den Folgen meiner Aufschieberitis, mache alles in allerletzter Minute,
    und… da kommt in letzter Sekunde dieser Artikel daher…
    Ein Wink des Himmels!
    Nochmal danke, melde mich, wie´s mit der Umsetzung geklappt hat.
    Alles Liebe,
    Yvonne

  • Anette Confusia© sagt:

    Vielen Dank für den wirklich “auf mich zugeschnittenen Beitrag”.
    Den habe ich mir glatt mal gespeichert und werde mir Jetzt die, für mich wichtigsten, Anreize rausschreiben, kreativ gestalten und an den Kühlschrank hängen.
    Mittlerweile weiß ich nämlich, dass die Kraft der Affirmationen da ebenfalls sehr hilfreich sein kann.
    Probiert es doch auch einfach mal aus. ;-)
    Ein schönen Wochenende Euch alle und herzlich Grüße

    Confusia©

  • Manu Linde sagt:

    “Belohne dich nicht nur für den Abschluss des Gesamtprojekts, sondern auch für Teilziele.”
    Das ist der BESTE Tipp für mich. Ich hetzte von einer Aufgabe zur nächsten und sehe kein Land in Sicht. DANKE dafür. Hast du noch einen Tipp in diese Richtung für mich?

    • Joana Sen sagt:

      Ja, danke Manu. Bei größeren Projekte mache ich mir auch immer eine 2-spalitge Liste mit den Teilzielen in der einen Spalte & der Belohnung in der anderen Spalte.

  • Salih sagt:

    Deinen Tipp mit der Stoppuhr gleich getestet, isch ja supa.
    Danke! Und kannst du mir jetzt noch sagen wie ich meditieren kann?

    • Joana Sen sagt:

      Klar, setzte dich einfach bequem & aufrecht hin – aber lehne dich nicht an – schließe die Augen und übe dich zunächst in Körperkontrolle. Versuche diese Position für 15-30 Minuten zu halten. Und wenn du das kannst, dann konzentriere dich ab der 2. ten Woche auf deinen Atem. Lenke ihn aber nicht. Nehme ihn nur bewusst wahr, beobachte & fühle ihn.

  • Carmen H. sagt:

    Danke für den Augenöffner! Vorhin saß ich schon mal hier und wollte den Beitrag lesen und dann… Jetzt wird mir so einiges klar. Aber wie fange ich an?

    • Joana Sen sagt:

      1. Nimm dir ein Blatt Papier & schreibe einfach alles drauf, womit du dich gedanklich beschäftigst – was du noch alles tun willst, was noch erledigt werden musst, einfach alles, was dich belastet. Schreibe mindestens 15 Minuten, weil die “dicken Brocken” sind hinter dem ganzen Krimskrams.
      Wenn du damit fertig bist, dann
      2. Streiche alles durch, worauf du keinen Einfluss hast & lasse es einfach los
      3. Nehme die 3 wichtigsten Dinge von deiner Liste und schreibe sie auf eine neue Liste.
      4. Unterteile jeden dieser 3 Punkte in mindestens 3 Schritte.
      5. Dann nimmst du den ersten Schritt vom wichtigsten Punkt und setzte einen Termin dafür fest, wann du das erledigst. Schreibe es in deinen Terminkalender & blocke dir diese Zeit z.B. 2 x 50 Min. Und schreibe dahinter auf, womit du dich belohnst, wenn du den 1. Schritt erledigt hast.

  • Barbara Schlüter sagt:

    Sehr guter Beitrag!
    Aber muss / soll / darf ich nun bei Aufschieberitis eine Todo Liste schreiben oder nicht? Wie machst du das?

    • Joana Sen sagt:

      Ich habe eine ToDo-Liste & einen Kalender! Ich terminiere mir die WICHTIGEN Aufgaben immer in meinem Kalender, mit Uhrzeit & Chunks (Zeitblöcke). D.h. ich arbeite immer im 50 Min. Takt & 10 Min. Pause.
      Das hat neben den körperlichen Vorteilen auch den Vorteil, dass wenn du dich bei einer Aufgabe verläufst, du dann 10 Min. Abstand hast um dich wieder neu auszurichten. Und wenn es weniger wichtige Aufgaben sind, wie beispielsweise Bilder suchen & bearbeiten für die Beiträge, dann habe ich ein Zeitlimit. Und welches Ergebnis ich bis dahin habe, das wird dann einfach genommen.

  • Alexander sagt:

    Unbewusstheit, vor allem Unbewusstheit…

    Der “zivilisiert” genannte Mensch leidet an signifikanter Fremdbestimmtheit, geistiger, manchmal auch körperlicher Überfüttertheit, breiter und tiefer Fehlinformiertheit und lebt notorisch übertaktet. Die dadurch entstandene Diskrepanz zwischen der menschlichen Natur und den unmenschlichen Rahmenbedingungen erzeugt inneren Stress in allen Körpern.

    Gut gemeinte, dezentral und multilokal wirksame Tipps und Methoden greifen in einem vor Unbewusstheit strotzenden Menschen nicht.

    Deshalb:

    BEWUSSTHEIT, BEWUSSTHEIT, BEWUSSTHEIT…

    Ziel:
    Leben im Rhythmus
    von Natur und Universum:

    * Hat einfach immer und für alles Zeit
    * Setzt in Gang und schaut der Entstehung zu
    * Lässt den Entwicklungen ihre Zeit
    * Hat einfach immer und für alles Zeit

    Weg:
    “actif-silence” – aktive, wache Stille, ein wenig an jedem Tag und ein Ende hat die Plag ;-)

    ALLES LIEBE

    Alexander

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